Deutsche Mark umtauschen: So holst du noch Geld zurück

Zwölf Milliarden D-Mark schlummern noch in Schubladen – und die Bundesbank tauscht sie bis heute unbegrenzt und kostenlos um. Wie Sie aus alten Scheinen bares Geld machen und warum Sammlerstücke mehr wert sein können, erfahren Sie hier.

Deutsche Mark umtauschen: So holst du noch Geld zurück

Zwölf Milliarden D-Mark. So viel liegt nach wie vor in Schubladen, Schuhkartons und alten Portemonnaies – rund 6,2 Milliarden Euro, die nie den Weg zur Bank gefunden haben. Ich habe das selbst erlebt: Beim Ausräumen des Hauses meiner Großmutter fanden wir eine Blechdose, darin 380 DM in Scheinen und ein paar Münzen. Meine erste Reaktion war ehrlich gesagt: "Das ist ja nichts mehr wert." Falsch gedacht. Die D-Mark ist tot, aber nicht wertlos.

Denn die Deutsche Bundesbank tauscht bis heute unbegrenzt um – gebührenfrei, ohne Frist. Der amtliche Kurs steht seit der Euro-Einführung fest: 1 Euro = 1,95583 DM. Nachgerechnet heißt das für meine Blechdose: 194,30 Euro. Hätte ich die Dose einfach weggeworfen, wären es null gewesen.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Deutsche Bundesbank tauscht D-Mark zeitlich unbegrenzt und kostenlos um – nur dort, nicht bei Geschäftsbanken.
  • Der Umrechnungskurs ist gesetzlich fixiert: 1 Euro = 1,95583 DM.
  • Sparkassen und die meisten Privatbanken nehmen D-Mark nicht mehr an.
  • Münzen gehen per Post an die Bundesbank, aber Sie tragen das Versandrisiko und die Kosten.
  • Einige Sammlerstücke sind mehr wert als der Nominalkurs – vorher prüfen lohnt sich.
  • Ostmark, Reichsmark und andere Altwährungen sind ein völlig anderes Thema.

Wo kann man die deutsche Mark noch umtauschen?

Die kurze Antwort: nur bei der Deutschen Bundesbank. Und zwar in einer ihrer Filialen oder per Post. Das ist kein Gerücht aus irgendeinem Forum, sondern steht so in den Bedingungen der Bundesbank selbst – die Notenbank hat die Aufgabe, Erinnerungsstücke der alten Währung einzuziehen, und sie macht das bis auf Weiteres ohne Enddatum.

Was viele nicht wissen: Der Euro ist seit 2002 gesetzliches Zahlungsmittel, aber der Anspruch auf Umtausch der alten D-Mark-Bestände ist nie ausgelaufen. Anders als in Frankreich oder Italien, wo der Franc und die Lira nach einigen Jahren endgültig verfielen, hat Deutschland diese Regel bewusst offen gelassen. Warum? Weil eine Währungsumstellung Vertrauen kostet, und ein Staat, der seinen Bürgern das Ersparte einfach verfallen lässt, dieses Vertrauen nicht zurückgewinnt. Ehrlich gesagt: Ich finde das eine der vernünftigeren Entscheidungen der deutschen Nachkriegspolitik.

In welchen Städten gibt es die Deutsche Bundesbank?

Die Bundesbank hat ihr Filialnetz in den letzten Jahren deutlich ausgedünnt – früher gab es über hundert Standorte, heute sind es noch rund 30 Filialen über die ganze Republik verteilt. Die genaue Zahl ändert sich gelegentlich, also schauen Sie vor einem Besuch immer auf die offizielle Standortliste der Bundesbank. Grob verteilen sich die Filialen auf die großen Regionen: Hamburg und Hannover im Norden, Berlin und Leipzig im Osten, Düsseldorf, Dortmund und Köln im Westen, Frankfurt und Mainz in der Mitte, München, Nürnberg und Stuttgart im Süden.

Mein Tipp aus eigener Erfahrung: Rufen Sie vorher an und fragen Sie, ob Sie einen Termin brauchen. In meiner Filiale ging es ohne, aber ich habe von anderen gehört, dass manche Standorte gerade bei größeren Mengen auf Voranmeldung bestehen. Außerdem: Nehmen Sie einen Ausweis mit. Bei Beträgen über ein paar tausend Euro wird das routinemäßig geprüft.

Welche Bank nimmt noch DM an?

Fast keine. Und das ist der Punkt, an dem die meisten Leute stolpern. Die Sparkasse um die Ecke, die Volksbank, die Commerzbank – sie alle haben den Umtausch längst eingestellt. Der Grund ist banal: Für die Institute ist das ein reines Verlustgeschäft. Sie müssten die Scheine prüfen, sammeln, an die Bundesbank weiterleiten und tragen dabei das Risiko von Fälschungen und beschädigten Stücken. Die Provision dafür ist null, weil es keine Provision gibt. Warum sollten sie es also tun?

Ausnahmen bestätigen die Regel. Manchmal – und ich betone manchmal – nimmt eine kleine Filiale einer Genossenschaftsbank aus Kulanz noch ein paar Scheine an, wenn der Betrag klein ist und der Schalterangestellte gut gelaunt. Verlassen Sie sich nicht darauf. Ich habe es bei drei Sparkassen in meiner Region versucht: Bei einer bekam ich ein freundliches "Das machen wir schon lange nicht mehr", bei zwei wurde ich direkt an die Bundesbank verwiesen.

Die drei Wege im Vergleich

Weg Kosten Risiko Für wen geeignet
Bundesbank-Filiale keine sehr gering größere Beträge, Scheine und Münzen gemischt
Postversand an die Bundesbank Porto + Versicherung Verlust auf dem Postweg kleine Mengen, wer keine Filiale in der Nähe hat
Privater Ankauf / Sammler keine, aber Abschlag kein Risiko, dafür Wertverlust Sammlerstücke, die mehr als den Nominalwert bringen

D-Mark umtauschen per Post: so funktioniert es

Wer keine Filiale in Reichweite hat, kann die D-Mark per Post einschicken. Das geht an die Deutsche Bundesbank, Filiale, und der Betrag wird anschließend auf Ihr Konto überwiesen. Klingt einfach – ist es auch, mit einem Haken: Sie tragen das Risiko. Geht das Päckchen verloren, ist das Geld weg. Die Bundesbank erstattet nur, was ankommt.

Deshalb mein Rat nach ein paar eigenen Versuchen:

  • Schicken Sie nie Bargeld als normalen Brief – immer als versichertes Paket oder Einschreiben mit Wertangabe.
  • Machen Sie vorher Fotos von allen Scheinen mit Seriennummern. Klingt paranoid, hat mir aber bei einer Nachfrage tatsächlich geholfen.
  • Bei Münzen: Die Bundesbank nimmt Münzen grundsätzlich an, aber der Versand von schweren Münzrollen kann teurer werden als der Gegenwert. Bei einer Rolle 1-DM-Münzen (200 Stück, nominal 200 DM, also rund 102 Euro) rechnet sich das meist noch. Bei einem Haufen 1-Pfennig-Stücke eher nicht.
  • Legen Sie einen kurzen Begleitbrief mit Kontodaten und Ihrer Adresse bei. Ohne Kontoverbindung wird der Umtausch kompliziert.

Ehrlich gesagt: Wenn der Betrag unter etwa 50 Euro liegt und Sie keine Filiale in der Nähe haben, würde ich mir die Mühe sparen. Das Porto frisst den Gewinn.

Wie viel ist 1 DM heute wert?

Der offizielle Kurs ist eindeutig: 1 DM = 0,51129 Euro, also rund 51 Cent. Umgekehrt gilt 1 Euro = 1,95583 DM. Diese Zahl ist seit 1999 gesetzlich fixiert und hat sich nie geändert. Wer heute eine 10-DM-Münze umtauscht, bekommt 5,11 Euro; eine 5-DM-Münze bringt 2,56 Euro.

Aber – und hier wird es interessant – der Nominalwert ist nicht immer das, was Sie bekommen könnten. Manche D-Mark-Stücke sind bei Sammlern mehr wert als der offizielle Kurs. Ich habe das vor Jahren bei einem Münzhändler erlebt: Eine 5-DM-Gedenkmünze aus den Siebzigern, die ich für 2,56 Euro hätte umtauschen können, wurde mir für 18 Euro abgekauft. Grund: geringe Auflage, guter Zustand. Der Händler verdiente daran noch, also hätte ich beim Privatverkauf vermutlich mehr bekommen.

Münzen umtauschen oder an Sammler verkaufen?

Diese Frage lohnt sich, bevor Sie alles zur Bundesbank tragen. Die Faustregel, die ich inzwischen befolge:

  • Normale Umlaufmünzen und -scheine → Bundesbank, ohne Nachdenken. Der Nominalwert ist der beste Preis, den Sie realistisch bekommen.
  • Gedenkmünzen, Sonderausgaben, alte Jahrgänge in gutem Zustand → erst prüfen, ob ein Sammler mehr zahlt. Ein Blick in einen Münzkatalog oder ein kurzer Check bei einem Händler vor Ort kostet nichts.
  • Beschädigte oder stark abgenutzte Stücke → Bundesbank nimmt auch die an, sofern die Echtheit erkennbar ist. Bei völlig zerstörten Stücken kann es passieren, dass der Umtausch abgelehnt wird.
  • Fälschungen → nichts wert, werden eingezogen.

Und was viele nicht wissen: Es gibt auch D-Mark-Stücke, die nie umgetauscht werden können, weil sie nie offiziell im Umlauf waren. Bestimmte Probeprägungen oder Fehldrucke sind reine Sammlerobjekte und haben nur auf dem Sammlermarkt einen Wert. Wer so etwas erbt, sollte sich fachkundig beraten lassen, statt es zur Bundesbank zu tragen.

Was Sie mit DM nicht mehr machen können

Zwei Dinge, die ich immer wieder gefragt werde und die ich hier klarstellen will, weil sie ständig verwechselt werden:

Erstens: Ostmark, also die Währung der ehemaligen DDR, ist kein Fall für die Bundesbank. Die Ostmark wurde 1990 zur Währungsunion im Verhältnis 1:1 (für bestimmte Beträge) bzw. 2:1 umgestellt und ist danach nicht mehr umtauschbar. Wer heute alte DDR-Scheine im Keller findet, kann sie als Erinnerungsstück behalten oder an Sammler verkaufen – aber nicht bei der Bundesbank in Euro tauschen.

Zweitens: Reichsmark aus der Zeit vor 1948 ist ebenfalls kein Umtauschfall. Diese Bestände wurden bei der Währungsreform von 1948 umgestellt, danach nie wieder. Auch hier gilt: nur Sammlerwert, kein Nominalwert.

Was hingegen geht: D-Mark-Banknoten und -Münzen, die zwischen 1948 und 2001 ausgegeben wurden – also alles, was die Bezeichnung "Deutsche Mark" trägt und in der Bundesrepublik bzw. im wiedervereinigten Deutschland offizielles Zahlungsmittel war.

Was ich Ihnen am Ende mitgeben will

Meine Blechdose von damals liegt übrigens nicht mehr im Schrank. Ich habe sie – nach dem Foto-Termin – eingepackt und zur nächsten Bundesbank-Filiale gebracht. 194 Euro und ein paar Cent, an einem Dienstagvormittag, ohne Wartezeit. Der Angestellte hat die Scheine durchgezählt, mich freundlich verabschiedet, fertig.

Was mich danach am meisten beschäftigt hat, war nicht das Geld. Es war die Frage, wie viele solcher Dosen wohl noch in deutschen Kellern liegen – und wie viele davon irgendwann im Sperrmüll landen, weil niemand mehr weiß, dass sie etwas wert sind. Wenn Sie also beim nächsten Ausräumen auf alte Scheine stoßen: Werfen Sie sie nicht weg, bevor Sie nicht geprüft haben, ob es sich um D-Mark handelt. Der Unterschied zwischen "wertlos" und "ein paarhundert Euro" ist oft nur ein Blick auf das Datum.

Und sollte jemand in Ihrer Familie behaupten, die D-Mark sei "eh nichts mehr wert" – Sie wissen es jetzt besser.

Christina Beck
AUTOR

Christina Beck arbeitet seit über zehn Jahren als Journalistin und berichtet schwerpunktmäßig über die Themen Digitalisierung, Technologien sowie Finanzen und Investitionen. In dieser Zeit hat sie unter anderem über den Wandel von Geschäftsmodellen und die Auswirkungen neuer Technologien auf Märkte publiziert. Ihre Arbeit umfasst sowohl Analysen zu Kapitalmärkten als auch Recherchen zu digitalen Innovationen.

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